Sep 26th, 2009
Placebo: Battle for the Sun
Ich weiß auch nicht wieso, aber aus irgendeinem Grund bin ich dem Glauben verfallen, die Band Placebo hätte sich nach der Veröffentlichung des letzten Albums Meds im Jahr 2006 aufgelöst und Battle for the Sun (BftS) sei ihr Comeback-Album. Vielleicht liegt es daran, dass BftS tatsächlich in meinen Ohren so erfrischend druckvoll klingt, wie ich es von Placebo gar nicht gewöhnt war.
Möglicherweise hat es auch damit zu tun, dass die Band von Virgin Records zum Independent-Label PIAS (u.A. Mogwai, Dinosaur Jr) gewechselt ist und die Gelegenheit genutzt hat, ein paar neue Dinge auszuprobieren. Dazu gehört auch der neue Drummer Steve Forrest, welcher mit seinen 23 Jahren erheblich Jünger ist als sein Vorgänger und der Rest der Band. Die neue Lust an Veränderungen wird tatsächlich schon beim Sound deutlich, der trotz Indie-Label so gar nicht nach Indie-Produktion, sondern eher fett und – darf man sagen – amerikanisch klingt. Mit dem Opener Kitty Litter beginnt BftS aber erst einmal unverkennbar wie ein Placebo-Album. Ein etwas schräges Gitarren-Riff trifft auf nasalen Gesang und einen Refrain der einem im Ohr bleibt. Thema Refrains: Ich bin wirklich begeistert was Placebo auf diesem Album eingefallen ist an großartigen Melodien. Gerade das Titelstück der Platte glänzt durch einen Chorus der mit Streichern (!) unterlegt ist und wirklich monumental klingt. In For What It’s Worth gibt es zum ersten und nicht letzten Mal auf dem Album Blechbläser zu hören und das passt tatsächlich sehr gut, ohne zugleich wie ein Gimmick zu wirken. Wie die Band es schafft in dem gleichen Song ein Interlude mit einer 8-Bit Melodie die an Tetris erinnert sinnvoll unterzubringen, bleibt ihr Geheimnis.
Sänger Brian Molko lässt sich wieder so Einiges an Metaphern und Assoziationen in seinen Texten einfallen, die dieses Mal einen etwas positiveren Charakter aufweisen als in den Jahren zuvor. Leider wiederholt er nach wie vor immer noch zu oft den gleichen Vers, eine Tatsache, die ich immer noch ein wenig bedauerlich finde zumal die Texte an sich wirklich wieder einmal gut gelungen sind. Als Zeugnis für den insgesamt positiven Charakter von BftS sei hier der Song Bright Lights zitiert, in dem Molko singt “Cause a heart that hurts, is a heart that works“. Molko bleibt melancholisch aber diesmal mit einem optimistischen Blick in die Zukunft gerichtet.
Insgesamt ist Battle for the Sun komplexer und mehrdimensionaler geworden als alle bisherigen Placebo-Alben und lässt sich dadurch vermutlich auch in ein paar Jahren noch vollständig durchhören. Es gibt noch viel zu entdecken an dieser Band, Battle for the Sun beweist dies eindrücklich. Der letzte Vers des Albums lautet: “I don’t know where to begin“, Battle for the Sun ist mehr als ein guter Neu-Anfang.

[...] Placebo: Battle for the Sun A weblog about nothing – PeopleRank: 1 – 26.09.2009 … Sänger Brian Molko lässt sich wieder so Einiges an Metaphern und Assoziationen in seinen Texten einfallen, die dieses Mal einen etwas positiveren Charakter aufweisen als in den Jahren zuvor. Leider wiederholt er nach wie vor immer noch zu oft den gleichen… Namen genannt : Steve Forrest Kitty Litter + voten [...]