Sep 17th, 2008
Die vier Reiter ziehen in den Lautstärke-Krieg
Seit vergangenem Freitag gibt es das neue Album der Four Hoursemen aka Metallica mit dem Titel Death Magnetic zu kaufen. Als alter Fan der Band habe ich es mir selbstverständlich direkt zugelegt und muss sagen dass ich ausgesprochen begeistert bin. Den Rezensionen, die es als das beste Album der Band seit 18 Jahren bezeichnen kann ich wirklich zustimmen, was nach dem zwar ungewöhnlichen aber auch recht durchwachsenem St.Anger (2003) zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber doch zumindest fraglich schien. Das Album gefällt mir so überraschend gut, dass ich ihm möglicherweise einen eigenen Beitrag widmen möchte. Dies dann allerdings zu einem anderen Zeitpunkt.
Auffällig und leider auch störend an Death Magnetic ist jedoch das ständige Übersteuern (Clipping) der Schlagzeugspur und auch teilweise der Rhythmus-Gitarren-Parts. In diesem Fall handelt es sich dabei um den unangenehmen Nebeneffekt der zu Tage tritt, wenn man versucht ein Album lauter erscheinen zu lassen indem man die Lautstärke leiser Stellen künstlich anhebt und laute Stelle noch lauter macht (sprich: das Tonsignal wird komprimiert). Dies beraubt der Musik nebenbei auch ihrer Dynamik. Dieser Vorgang wird seit einigen Jahren oft eingesetzt und hat den Begriff des Loudness War enstehen lassen. Als Feldherr in diesem Krieg scheint sich Rick Rubin, Produzent von Death Magnetic und diverser anderer Alben mit auffälligem Clipping (z.B. Californication von den Red Hot Chili Peppers oder Toxicity von System of a Down) zu sehen. Mittlerweile wurde die Tonqualität des neuen Metallica Albums bereits vielfach zum Thema im Internet. Ich selber hege die stille Hoffnung dass es vielleicht noch ein Remix geben könnte bei dem dieses “Stilmittel” weggelassen wurde. Mir gefällt die Platte so gut ich würde sie glatt nochmal kaufen (das hat mir George Lucas so beigebracht).
Wer so lange nicht warten möchte, sollte sich einmal die Version von Death Magnetic anhören wie sie in den spielbaren Songs für Guitar Hero III parallel zur Album-Veröffentlichung herausgegeben wurden. Hier ist der Dynamik-Umfang erheblich erweitert und das besagte Clipping tritt nur noch sporadisch auf.
Ich verbleibe mit einem fröhlichen Metal Up Your Ass!
