Jul 15th, 2008
Schmeiss es hier hinein!
Vor ein paar Monaten habe ich mich zur Beta-Phase einer neuen Online-Applikation namens Dropbox angemeldet. Gestern Abend fand ich dann zu meiner großen Freude endlich die Einladung zur Teilnahme und möchte euch die Funktionen dieser Applikation nicht vorenthalten.
Dropbox ermöglicht es, den Inhalt von Verzeichnissen über mehrere Rechner zu synchronisieren. Dazu habt ihr nach der Installation des Clients, einen Ordner mit dem Namen My Dropbox in eurem persönlichen Ordner. Dort könnt ihr (zunächst) bis zu 2 Gigabyte an Daten abspeichern, welche bei jeder Änderung mit dem Dropbox-Server abgeglichen werden. Habt ihr euch nun auf einem anderen Rechner mit eurem Dropbox-Account angemeldet, lädt dieser automatisch die Änderungen herunter. Dropbox arbeitet versioniert, d.h. ihr könnt auf eine ältere Version eurer Dateien zurückspringen falls nötig. Die Daten werden mit SSL verschlüsselt übertragen und vor der Übertragung nochmal mit AES-256 verschlüsselt. Dropbox bietet einen Client für Windows und Mac OSX, sowie ein Web-Interface.
Wer Interesse an einer Einladung zur Beta hat, dem schicke ich diese gerne per E-Mail zu. Acht Stück habe ich noch zu vergeben. Interessenten melden sich unter graymalkin@nexus77.com.

Ein Linux-Client ist übrigens schwer in Arbeit, wie ich soeben zu meiner großen Freude erfahren durfte!
Ich finde die Idee zwar prima, aber leider sind solche Daten nicht wirklich privat, so wie auf meiner Festplatte. Und der Großteil der Dateien, die ich auf diese Weise ins Internet laden würde, wären solche, deren absolute Sicherheit mir sehr wichtig wäre.
Steht der Preis schon fest?
Der Preis steht noch nicht fest. Es soll wo ein dreistufiges Preismodell werden, bei dem es auch eine kostenlose Variante mit einem Gigabyte Speicherplatz geben wird. Teilnehmer der Beta behalten ihre zwei Gigabyte jedoch, wenn sie möchten.
Das Frage ich mich: Werden die Daten nur für die Übertragung (in dem Fall also zusätzlich zum SLL) oder auch zum Speichern auf deren Servern mit AES verschlüsselt?
Hier die zwei Antworten dazu aus dem Dropbox FAQ:
Security and Privacy
1. How secure is Dropbox?
We take utmost care to ensure Dropbox is secure. All transport of file data and file metadata occurs over SSL. Files are encrypted with AES-256 before being stored on our backend.
2. Can I specify my own private key?
We plan to eventually allow users to provide their own privates key but for usability reasons (e.g. being able to view files from the web) we haven’t done this yet. Some users have mounted truecrypt volumes in their dropboxes to handle this concern.
Quelle: https://www.getdropbox.com/faq
Ah! Find’ ich gut!
Ich denke mit einem per Truecrypt nochmal verschlüsselten Volume innerhalb des eh schon verschlüsselten Dropbox-Datenbestandes ist man dann auf der sicheren Seite.
TrueCrypt ist ein gutes Argument.
Aktuell verfolge ich eine etwas anders gelagerte Lösung. Googles “MacFUSE” ist eine simple technische Basis, mit der Programmierer eigene Dateisysteme in MacOS einbinden können. (Eine Beispielapplikation erzeugt ein virtuelles Dateisystem, in dem jede laufende Applikation durch eine Datei repräsentiert wird. Kopiert man die Datei, hat man einen aktuellen Screenshot des Programmfensters.)
Auf der Basis von MacFUSE wurde MacFusion entwickelt, das zum Beispiel die Integration von FTP- und SSH-Servern als virtuelles Laufwerk erlaubt, ganz ähnlich wie DropBox. Anders als bei DropBox benötigt man natürlich erstmal einen FTP-Server mit Speicherplatz, und FTP überträgt Dateien immer komplett, statt nur die Veränderungen zu übertragen. MacFusion ist also schon was anderes als DropBox, aber ich finde, der Kommentar passt trotzdem thematisch hierher.
Links zu Infos:
http://forums.whirlpool.net.au/forum-replies-archive.cfm/740248.html
http://www.mactips.org/archives/2007/12/19/using-macfuse-to-mount-ftp-and-ssh-as-idisks/
Ich habe MacFusion noch nicht ausprobiert, habe es aber vor.
Nachtrag: Ich habe jetzt MacFUSE und MacFusion bei mir installiert. Klappt prima, mein FTP-Server ist jetzt wie ein zusätzliches Verzeichnis benutzbar. Also, als Laufwerk im Finder. Aber, wie immer beim Mac, gibt es auch ein entsprechendes Verzeichnis unter /Volumes, das heisst, man kann z.B. auch mit Shell-Skripten oder beliebigen anderen Programmen auf die Dateien zugreifen, als seien es lokale Dateien.
Prima, dann wird mein Cyberduck jetzt wohl arbeitslos. Ich hoffe, das wird sich auch langfristig bewähren.
Danke für die Info, Madoc.
Kannst du sagen, ob die FTP-Verbindung dabei ständig offen gehalten wird oder wird bei Bedarf eine Verbindung geöffnet, die nach einer Weile wieder geschlossen wird?
Die Cyberduck ist aber doch so putzig im Dock!
Ich kann’s nur vermuten. Die Software wirkt recht hochwertig, darum denke ich, “die werden das schon vernünftig programmiert haben”. Außerdem bemerke ich beim ersten Zugriff eine kurze Verzögerung (subjektiv, nicht nachgemessen), die danach nicht mehr aufzutreten scheint. Und, ganz nebenbei bemerkt: Es wäre schlichtweg bescheuert, so einen langen Weg zu gehen, nur um dann am Ende einen minderwertigen FTP-Client zu haben, der die Verbindung bei jeder Anfrage neu aufbaut. Darum glaube ich, dass sie aufrechterhalten wird.
Wenn ich das MacBook zuklappe und später wieder öffne, dann scheint MacFusion sogar auf die WLAN-Verbindung zu warten, ehe es meinen Klick bearbeitet. Das wirkt also ganz pfiffig.
Ja, die Quietscheente ist süß. Die hat sogar meine Schwester toll gefunden, obwohl sie gar nicht wusste, was das für ein Programm ist. Ich werde Cyberduck auch bestimmt noch mindestens ein halbes Jahr behalten, für alle Fälle.
Seit Samstag bin ich übrigens halb-freiwillig Alpha-Tester des Linux-Clients; Offenbar sind zufällig Leute ausgewählt worden, die einen Beitrag im entsprechenden Thread des Dropbox-Forums geschrieben hatten.