Sep 4th, 2007
Am Ende, kein Zombiefilm
Länger war ich nicht mehr im Kino gewesen, doch die Fortsetzung von Danny Boyles hervorragendem Zombie-Thriller 28 Days Later war ein guter Anlass mal wieder ins Dunkle zu tapsen.
28 Weeks Later knüpft zeitlich am Vorgänger an und behandelt den Wiederaufbau Großbritanniens nachdem man glaubt den Erreger der Zombie-Epidemie eingedämmt zu haben. Der Film beginnt auf einem kleinen Cottage in das sich eine Hand voll überlebender verschanzt hat. Glaubt man während dieser kurzen Exposition noch, dass dies die Charaktere sein werden, deren Überlebenskampf man während der nächsten knapp 100 Minuten verfolgen wird, so irrt man. Diese ersten zehn Minuten sind bereits so beklemmend, brutal und angsteinflößend, dass man sich kaum eine Vorstellung davon machen will, wie es weitergeht.

Doch es geht in der Tat weiter! In London nämlich, wo mittlerweile das amerikanische Militär die Kontrolle übernommen hat und einen Perimeter um den Bankenbezirk errichtet hat, in den die Rückkehrer einziehen sollen. Ich glaube ich verrate nicht zu viel wenn ich erzähle, dass der Virus sich weiter verbreitet und sich die Zombies und nicht infizierten im Kreuzfeuer der Scharfschützen befinden.
Dies verleitete mich zu dem Titel zu diesem Beitrag, denn: dass Zombies massenweise gemetzelt werden und das so etwas eigentlich immer Grund zur Erheiterung ist, versteht sich. Dass jedoch gesunde, normale und lebende Menschen, Opfer werden, macht den Film in meinen Augen auf gewissen Weise einzigartig in diesem Genre und viel düsterer und trostloser als es sonst der Fall gewesen wäre. Der Film ist vielleicht besser im Endzeit-Film Genre anzusiedeln und erinnert von der Stimmung her ein wenig an den siebziger Jahre Film Der Omega Mann mit Charlton Heston.
Eine herausragende Szene spielt in einer U-Bahn Station. Hier haben die Protagonisten lediglich den Restlichtverstärker der Zielvorrichtung eines Gewehrs um sich zu orientieren. Das war wirklich, wirklich schauerlich!
Meine Empfehlung also für 28 Weeks Later! Ein Film der seinen sehr guten Vorgänger sogar noch übertrifft!

Zwei Sachen dazu:
1. Für sein Genre finde ich den Film wirklich herausragend gut! Er ist intelligent gemacht und hat (nahezu) keine logischen Fehler in der Handlung. Bloß ist das Genre leider, um es mit Roman zu sagen, nicht ganz meine Baustelle.
2. Was mir noch zur U-Bahn-Szene eingefallen ist: Leider wird nicht darauf eingegangen, warum die Menschen den Restlichtverstärker brauchen, die Zombies sich aber in nahezu absoluter Dunkelheit zurecht finden. Hm! Vermutlich weil es halt Zombies sind.
Ich hab’ jetzt in der Tat schon geschlagene 4 Tage Alpträume wegen dieses Films. Und ich hab’ ihn noch nicht mal gesehen! Da gibt’s auf Spiegel Online dieses Bild, auf dem so ein rotäugiges Wesen Gollum-gleich durch ein Fenster oder ähnliches guckt. Das verfolgt mich seit ich’s gesehen hab’. Vermutlich muss ich mir den Streifen zu Therapie-Zwecken mal ansehen. Der erste Teil war ja schon ganz gut.
Das ist ein ganz herorragendes Review, vielen Dank. Du hast mich wirklich neugierig auf den Film gemacht, ohne zu viel zu verraten.
Dieses Genre mache ich manchmal zu meiner Baustelle, besonders wenn Milla mitspielt. Auf meiner Liste war er schon wegen Danny Boyle, dessen The Beach mir schon sehr gut gefallen hat. Jetzt ist er in der Prioritätenliste aber aufgestiegen. Nicht zuletzt, weil ich durch Nemos Alptraum-Tipp erfahren habe, daß Robert Carlyle mitspielt.
Du hast ein “s” vergessen. Tipp: Es gehört hinter ein “Das”. Fröhliches Suchen!
Ach ja, der Artikel war prima!
[...] bereits in meiner kurzen Rezension zu 28 Weeks Later erwähnt, war ich von dem 70er Jahre Film Der Omega Mann mit Charlton Heston begeistert. Nun gibt [...]